Ist Spaß ein Problem?

Ich würde sagen, dass es so etwas wie zu viel Spaß nicht gibt. Vielleicht liege ich damit aber falsch! Für manche Menschen kann Spaß durchaus ein Problem sein.

Beginnen wir mit einer einfachen Feststellung: Langeweile ist ganz sicher keine Form von Unterhaltung. Wenn ein Mensch Freude an dem hat, was er tut, erledigt er seine Aufgabe meist auch besser.

Im Allgemeinen

Nessa Twix © Solkes

Wenn wir Spaß haben und das Leben genießen, fühlen wir uns normalerweise besser. In einem Moment der Freude scheint es, als könnten wir mehr Dinge in kürzerer Zeit erledigen.

Das führt zu der Frage: Je glücklicher ein Mensch ist, desto besser, oder? Nun, nicht unbedingt. Einige Studien zeigen, dass sich hinter dem guten Gefühl auch eine dunklere Seite verbergen kann. Die Suche nach Glück kann einen Menschen manchmal sogar unglücklicher machen.

Zu viel Freude kann dazu führen, dass ein Mensch naiver, selbstbezogener und weniger erfolgreich wird. Wer hätte das gedacht?

Natürlich hat Glück auch viele Vorteile. Es kann uns beispielsweise vor Schlaganfällen und Erkältungen schützen.

Es macht uns widerstandsfähiger gegenüber Schmerzen und kann sogar unser Leben verlängern. Dennoch betont der Psychologieprofessor Gruber von der Yale University, dass es wichtig ist, positive Gemütszustände in Maßen zu erleben.

Um das zu verstehen, können wir Glück mit Nahrung vergleichen: Sie ist notwendig und wertvoll, doch zu viel davon kann Probleme verursachen. Ähnlich kann auch Glück zu unerwünschten Ergebnissen führen.

Unsere Fähigkeiten …

Wir Menschen besitzen besondere Fähigkeiten. Wir können unsere Umgebung mithilfe von Ideen und Vorstellungen neu gestalten. Diese Ideen verändern natürlich auch den Charakter unserer Umgebung.

Wir entwickeln Vorstellungen und Bilder, beschreiben damit Handlungen und geben ihnen eine Bedeutung. Menschen träumen. Und in schlaflosen Nächten verbringen sie oft viel Zeit damit, über Dinge nachzudenken, die niemals passiert sind und wahrscheinlich auch niemals passieren werden.

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Diese Fähigkeit zum unabhängigen und abstrakten Denken hilft uns dabei, Verhaltensmodelle und Standards zu entwickeln. Wir stellen uns „ideale“ Bedingungen vor und vergleichen das, was vor uns liegt, mit diesen Vorstellungen. Genau darin kann das Problem liegen.

Psychologen weisen darauf hin, dass sich unsere Emotionen anpassen. Sie verändern unser Verhalten und helfen uns dadurch, zu überleben. Wut bereitet uns beispielsweise auf einen Kampf vor. Angst hilft uns bei der Flucht. Traurigkeit wiederum versetzt uns in einen Zustand, in dem wir systematischer handeln können.

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Traurige Menschen achten stärker auf Details und sind eher nach außen orientiert. Glückliche Menschen neigen dagegen eher zu vorschnellen Urteilen. Diese können auch von rassistischen oder geschlechtsspezifischen Stereotypen geprägt sein.

Viele Menschen wissen nicht, dass fröhliche Menschen leichter zu täuschen sein können. Sie erkennen Lügen nicht unbedingt so leicht wie Menschen in einer negativen Stimmung.

Daher gilt allgemein: Je stärker ein Mensch dem Glück hinterherjagt, desto eher kann er enttäuscht werden. Doch wie glücklich ist glücklich genug? Wahrscheinlich ist es besser, den eigenen Grad an Glück einfach anzunehmen.

Der Ort, an dem wir leben

Die meisten von uns leben in einem Raum zwischen unseren Träumen und unseren Ängsten.

Diese Zwischenräume lassen sich als eine Reihe von Möglichkeiten verstehen. Unsere Vorstellungen von idealen oder perfekten Bedingungen müssen sich schließlich meist an die praktischen Anforderungen des Lebens anpassen.

Von Zeit zu Zeit vergleichen wir uns mit dem, was die Gesellschaft von einem Menschen unseres „Typs“ oder in unserer Situation erwartet.

Manche von uns haben große Träume und sind unzufrieden, bis sie diese Ziele erreicht haben. Andere wiederum sind zufrieden mit dem, was sie bis zu diesem Zeitpunkt erreicht haben.

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Zum Abschluss

Unsere Emotionen sind ständig in Bewegung und suchen nach einem bestimmten Gleichgewicht. Unglück kann deshalb auch bedeuten, dass wir uns von idealisierten Vorstellungen entfernen. Gefühle von Verlust und Ablehnung kommen dabei zusammen.

Unglücklich zu sein kann zum Schicksal derjenigen werden, die ihren eigenen Vorstellungen nicht gerecht werden. Das bedeutet nicht, dass solche grundlegenden Ziele einfach zu entdecken oder dauerhaft aufrechtzuerhalten sind. Die Kräfte der Moderne treiben uns schließlich ständig nach außen und nach vorn.

Es ist wichtig zu bedenken, dass moderne Menschen nicht unbedingt glücklich sind. Es gibt immer neue Maßstäbe, die erfüllt werden sollen. Jeder wird dazu gedrängt, weiterzugehen. Doch niemand weiß genau, ob er sein Ziel bereits erreicht hat oder ob dieser Endpunkt noch Jahre entfernt liegt.

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